LANDKREIS. Am heutigen Mittwoch plant der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) eine finale Entscheidung über den Saisonverlauf. Schon in der vergangenen Woche ging die Tendenz auf Verbandsebene eindeutig Richtung Annullierung, nachdem der Lockdown bis zum 18. April verlängert worden war. Die Mehrheit der Vereine plädiert sowieso für einen Saisonabbruch. Das ergaben auch Umfragen von fupa.net, dem Fußballprotal vom TAGEBLATT.

Hier einige Beispiele:

Felix Ohlhoff vom Kreisligisten FSV Bliedersdorf/Nottensdorf möchte einen Abbruch. “Es konnte nicht mal vernünftig eine Halbserie zu Ende gebracht werden. Auch wenn jeder Fußballer darauf brennt, wieder Fußball zu spielen, würde eine Verlängerung mehr Probleme als Lösungen mit sich bringen.” Man sollte eher den Verbänden aus Hamburg und Schleswig-Holstein folgen, die die Saison abgebrochen haben, so Ohlhoff. Die kurzen Vorbereitungen seien zudem nicht ausreichend. Da sollten schon mehrere Wochen eingeplant werden, um Verletzungen gering zu halten. “Die Lösungen vom Verband Schleswig-Holstein ermöglichen jedem Verein eine individuelle Planung und Vorbereitung, um möglichst normal in eine neue Saison starten zu können.”

Lasse Pfefferle vom TuSV Bützfleth sieht das genauso. “Aktuell steigen die Fallzahlen.” Nur die Hinrunde zu beenden, sieht er auch nicht mehr als Lösung. Den schleswig-holsteinischen Ansatz mit “Freundschafts-Derbys” findet Pfefferle sympathisch. “So könnten die Vereine zwar spielen, aber wären dazu nicht gezwungen und es wäre nicht so ein steifes Konzept wie eine Saison. Man könnte so von Woche zu Woche entscheiden und eine Rückkehr zum Lockdown würde nicht die nächste Fragerunde nach sich ziehen.”

Nico Speer, Defensivspezialist des Bezirksligisten TSV Wiepenkathen, stößt ins selbe Horn. “Eine Saison, in der noch nicht einmal ein Drittel der Spiele ausgetragen wurde, kann auch nicht per Quotientenregelung gewertet werden. Wir haben in den letzten 16 Monaten sieben Pflichtspiele gemacht.” Die Saison abzubrechen, scheint die einzige Lösung. Mit dem freundschaftlichen Derby-Cup nach schleswig-holsteinischer Idee kämen alle Mannschaften nach einer langen Pause wieder in den “Wettkampfmodus”. “Die Hoffnung ist groß, die Pandemie ab Sommer aufgrund von Impfungen besser in den Griff zu bekommen. Dann steht einer hoffentlich ununterbrochenen Saison nie wieder etwas im Weg”, sagt Nico Speer.

Julian Hamstra vom TuS Jork spricht sich ebenso klar für einen Saisonabbruch aus. Warum der NFV so lange nachdenkt, erschließt sich ihm auch nicht.

Jürgen Stebani, der beim Niedersächsischen wie Norddeutschen Fußball-Verband im Spielausschuss sitzt, zeigte sich schon in der vergangenen Woche skeptisch gegenüber dem TAGEBLATT, was eine Saisonfortsetzung betrifft. Für die Regionalliga Nord habe er aber die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben. Es gilt einen möglichen Aufsteiger für die 3. Liga zu finden. Der Meister hätte im Normalfall gegen den Meister der Regionalliga Bayern in der Relegation antreten müssen. VfB Oldenburg, TSV Havelse, Hannover 96 II, VfL Wolfsburg II, Hamburger SV II und Teutonia Ottensen haben eine Lizenz beantragt, von diesen Mannschaften könnte der mögliche Aufstiegsaspirant ermittelt werden.

Gegenüber der Oldenburger “Nordwest-Zeitung” sagte Stebani bezüglich einer möglichen Saisonfortsetzung. “Von einer Landesregierung haben wir bereits die Zusage für den Spielbetrieb bekommen. Mit den drei anderen sind wir in Gesprächen.” Zudem betonte er, dass eine Regelung wie im Vorjahr, als es nach dem Abbruch der Saison mehrere Auf- aber keine Absteiger gab, vom NFV unerwünscht sei. “Wir haben 22 Teams in der Nord-Liga. Die Zahl kann nicht größer, sie muss vielmehr kleiner werden. Es wird also Absteiger geben, die genaue Zahl ist nicht finalisiert”, so Stebani.

Und: Die DFB-Pokalteilnehmer müssen auch noch ermittelt werden. Regionalligist SV Drochtersen/Assel steht im Niedersachsenpokal im Halbfinale, und Landesligist SV Ahlerstedt/Ottendorf im Viertelfinale. (fupa/jan)

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